Luxus-Grießbrei für den Scheich von Dubai

Das habe ich als Gefühlsbeschreibung meiner Masseurin gesagt

Es fühlt sich halt wirklich so wohlig an, da habe ich beschlossen, demnächst mal wieder solch einen Luxus-Grießbrei zu kochen, mit einem Ei, Eigelb kommt mit rein beim Kochen und das Eiweiß erst geschlagen, wird am Schluss untergehoben.

 Wenn man Hunger hat ist das der große Luxus, dazu vielleicht ein Klecks roter Marmelade.

 

Dann wandern meine Pläne im Kopf immer wieder zur Scheune nach Frönsberg, wie ich da umbauen soll. - Es ist richtig, jede Wohnung muss so sein, dass ich selber sofort dort einziehen wollen würde, dann meine ich, wäre sie richtig „geschnitten“.

Dann wieder weg.

Jetzt noch eine Einzelkrankengymnastik-

 

Dieses komische Gefühl, wenn der Fuß gezogen wird aus dem Gelenk heraus und man denkt, da ist jetzt eine Lücke, ein Hohlraum, der bald von Lymphflüssigkeit gefüllt werden wird. Dabei muss das angeblich so sein, damit die Bänder und Muskeln sich wieder an die Bandbreite der Bewegung gewöhnen können. Nun, soll dann wohl so sein. Tat ja auch nicht weh, war nur komisch.

Dann Kaffeetrinken, erst noch mal zurück, weil ich mehr als 2 Euro auszugeben bereit war.

Die Fußgängerzone, auch wenn’s bewölkt ist, scheint wie ein langgestrecktes Flaniermeilchen, ich habe mittlerweile mein Lieblingslokal, einen blondsträhnchengelockten Wirt, der offenbar auch Eis selber macht und Kuchen backt, kleiner Laden, vergrößert durch drei riesige Sonnenschirme, die hier in Bad Sassendorf wohl eher als Regenschirme im Dauereinsatz sind. Da gibt’s direkt am Schaufenster eine Ecke mit drei Stühlchen, etwas windgeschützt aber gemütlich mit den Kissen auf den Stühlchen. Pott Kaffee für zwei Euro und ein Stück Eierlikörtorte auch für zwei Euro. Gutes Preis-Leistungsverhältnis, zumal der Kaffee wirklich ordentlich schmeckt: kein Vergleich zum Kannenkaffee hier in der Kurklinik.

Am Nebentisch saß eine ältere Frau, weißhaarig und mundfleißig. Tochter und oder Schwiegersohn zu Besuch. Und die erzählte in einer etwas rheinisch angehauchten Sprache in großer Geschwindigkeit von einem, der als Sohn noch in so eine kleine Schule ging, wo das Frollein , an die achtzig – oben drüber wohnte und verschiedene Disziplinarversuche mehr oder weniger vergeblich dem Kind aus einer 16-köpfigen Familie angedeihen ließ.  Ich habe nicht viel verstanden, nur wurde mir mal wieder klar, dass ältere Menschen wie ein Gefäß all die Geschichten drin haben, die sie eigentlich, auch mehrfach, loswerden müssen und deshalb nicht sterben können, weil sie noch soviel zu erzählen haben. Was da an kulturellen Einsichten und an Zeitgeist Geschichten aus den Mündern quillt, was da an Geschichte drängt herausgelassen zu werden! Ich  wollte schon immer mal mit einem Tonbandgerät einfach so losziehen und immer, wenn mir so jemand begegnet, ein Stündchen zuhören.

Jetzt nieselt es und das war auch der Grund warum ich nicht länger im Eckchen saß, zumal mein Kaffee auch schon alle war. Da kann ich genauso gut erst mal das loswerden, was an Neuem in mir drin ist und raus will.

Zwischendurch klingelte mein Handy und ich wimmelte einen dienstlichen Anruf ab, vielleicht etwas zu unfreundlich, werde morgenfrüh das klären, dass ich dafür gestern keine Lust gehabt habe.